Schweizermeister Urs Flury erzählt!

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Schiessübung auf Schiessplatz Sichtern (Liestal)

Das sportmässige Vorderladerschiessen trainieren in der Schweiz rund 600 Personen. Sie sind im Verband Schweizer Vorderladerschützen zusammengeschlossen. Weitere Vereine in der Region gibt es ausser in Nuglar-St.Pantaleon in Diegten und Möhlin.
Fasziniert ist der Schütze vor allem von den verschiedenen Zündmechanismen der Vorderlader: dem Luntengewehr, der Steinschloss-Büchse und dem Perkussionsgewehr. Bei den älteren Vorderladern muss er Schütze, nachdem die Kugel aus Weichblei mit Schwarzpulver und einem speziellen Schusspflaster im Lauf

untergebracht worden ist, auf die Zündpfanne sorgfältig eine Portion "Zündkraut" geben. Diese wird durch eine Lunte oder durch einen Feuerstein-Federmechanismus zum Entzünden gebracht. Die Rauchentwicklung ist jeweils stark, es riecht nach Schwefel und Salpeter. Die Büchsen verrussen schnell, darum benötigt das Reinigen der Musketen viel Zeit und Geschick. Die grosse Zeit der Steinschloss-Vorderlader war vor allem die Epoche Napoleons mit ihren Schlachten. Die Schusskadenz war im Verhältnis zu modernen Waffen jedoch noch langsam. Das Reinigen,   Laden und Vorbereiten des Schusses nahm etwa eine Minute in Anspruch. Geschossen wurde meistens aus einer Linie heraus. Die Schussdistanz betrug etwa 200 Meter.

Bessere Treffgenauigkeit
Mit der Entwicklung des Stutzers erhielt die Kugel Drall und dadurch verbesserte sich die Treffgenauikeit und die Reichweite. "Ein Perkusionsgewehr, bei dem die Zündung durch eine Zündkapsel erfolgt, steht darum einer modernen Waffe in punkto Zieglgenauigkeit kaum nach" So hat Urs Flury mit einem Perkusionsstutzer beispielsweise schon auf 300 Meter einen Zehner geschossen. Nur müsste jedes Gewehr- und der Schweitzer Meister hat Erfahrung auf Original-Vorderladern und Replika - etwas unterschiedlich gehandhabt werden. Auch sei die Flugbahn der Geschosse von Muskete zu Muskete etwas verschieden. Um die Eigenschaften der verschiedenen Musketen herauszufinden, braucht es viel Geschick und Erfahrung oder die Diskussion mit Kollegen. An den Schweizer Meisterschaften haben die Vorderladerschützen die Wahl zwischen zwölf Disziplinen. Der Schütze kann sich auf vier verschiedenen Gewehre oder Pistolen spezialisieren. Innert 30 Minuten muss er 13 Schüsse abgeben. Die zehn besten Treffer zählen. Insgesamt haben sich Vorderladerschützen in 19 Nationen darunter Australier und Japaner - organisiert. Mit Vorliebe wird Schweizer Schwarzpulver verfeuert.